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Porträt: Onkologie-Patient Hans-Reiner P.

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Es ist Hans-Reiner P.s letzter Tag in der Klinik Schwabenland in Isny. Als er vor vier Wochen in die Reha-Einrichtung kam, hatte er schon einiges hinter sich, denn vor einem Jahr erhielt er die niederschmetternde Diagnose Lungenkrebs. „Ich bin ziemlich marode hierhergekommen“, erzählt der 55-Jährige. In der Reha-Klinik hat er Kraft fürs Leben geschöpft und sich neue Ziele gesteckt: beruflich und privat.

Die Angst war allgegenwärtig

„Die Begleiterscheinungen der Chemos und der großen Lungen-OP waren hart. Ich hatte Nierenversagen und konnte nicht mehr schlucken und essen. Ich war völlig abgemagert. Und die Angst war allgegenwärtig“, erzählt Hans-Reiner P. mit nachdenklichem Gesicht, man sieht ihm die Strapazen der letzten Monate in diesem Moment richtig an. „Man denkt sich bei jeder Nachsorge: Was machen die Krebszellen, haben sie jetzt alle erwischt, geht´s wieder von vorne los? Da geht es mit der Psyche auf und ab“, erzählt der Familienvater. Er berichtet, dass er selbst im Ruhezustand keine Erholung mehr finden konnte – denn seine Gedanken kreisten ständig um die Krankheit. Körper und Seele gehörten einfach zusammen. Die auf Krebserkrankungen ausgerichtete Reha habe ihm geholfen. „Sie gibt von außen Struktur vor, die speziell an die Leistungsfähigkeit von Krebspatienten angepasst ist. Das bringt viel Ruhe rein“, sagt P. und erzählt, dass er endlich wieder entspannen konnte.

Porträt: Hans-Reiner P. sitzt mit anderen Personen an einem Tisch
Nach der Diagnose Lungenkrebs folgten für Hans-Reiner P. schwere Zeiten: Chemotherapien und eine Lungenoperation konnten zwar sein Leben retten, aber erst die Reha verschaffte ihm wieder innere Ruhe und Erholung. (Foto: Christin Büttner/BDPK)

Mehr Belastbarkeit und Grenzen respektieren

Ein großer Teil von Hans-Reiner P.s Lunge musste entfernt werden. Die anschließende Chemotherapie schwächte ihn zusätzlich; er war im Alltag sehr eingeschränkt. Das Reha-Team stärkte ihn ganzheitlich: „Die körperbezogenen Anteile der Reha haben mich belastbarer gemacht, die psychologischen haben mich gelehrt, meine Grenzen zu respektieren und der Soziale Dienst hat mir wieder eine Perspektive gegeben“, berichtet der Familienvater. Mit frischer Kraft und wertvollem Wissen über seine Krankheit konnte er wieder zuversichtlich aufs Leben schauen.

Neue Perspektiven

Ein wichtiges Thema dabei: die Berufsfähigkeit. Mit gerade 55 Jahren stand P. mitten im Berufsleben, als ihn die Diagnose traf. Vor seiner Erkrankung pflegte er in einem Unfallkrankenhaus Patientinnen und Patienten – eine auch körperlich anstrengende Tätigkeit. „Im letzten halben Jahr habe ich aber selbst gemerkt, dass das eher nichts mehr wird und das hat mich ganz schön runtergezogen“, erzählt der gelernte Krankenpfleger. Da sei der Sozialdienst in der Reha eine große Hilfe gewesen. „Die Mitarbeiterinnen haben mich sehr dabei unterstützt, eine neue Perspektive zu entwickeln“, sagt P. Inzwischen hat er sich mit seinen Vorgesetzten auf eine Umschulung geeinigt. „In Zukunft will ich in der Beratung oder Patientenaufnahme arbeiten. Und ich glaube, da habe ich ganz gute Chancen.“

Den Blick für die kleinen Dinge schärfen

Auch im Privaten muss Hans-Reiner P. lernen, seine Kräfte einzuschätzen und manche Zielmarken zu verrücken. Früher ging er mit seiner Frau gerne in die Berge, doch für Wanderungen fehlt ihm heute die Puste. Berge erklimmen kann das Paar nicht mehr gemeinsam – herrliche Aussichten genießen aber schon. „Heute kann ich auch die kleineren Dinge schätzen. Nicht nur die großen Bergtouren sind wertvoll, sondern auch mit der Gondel rauffahren ist schön. Eine Therapeutin hat mir hier gesagt: ´Herr P., es gibt auch eine Minustaste´.“

Voller Mut in die Zukunft

Und die hat der 55-Jährige mittlerweile gedrückt. „Zum Beispiel bin ich seit Beginn meiner Erkrankung zum Bienenfreund geworden. Mein Garten sieht heute aus wie ein Biotop“, erzählt Hans-Reiner P. lächelnd von einem neuen Hobby. Erst die Reha habe ihm die Kraft gegeben, sein Leben neu zu organisieren – und es auch zu genießen. „Mir geht es so viel besser heute. Ich habe eine Perspektive und kann mich wieder auf das Leben freuen.“

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