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Porträt: Reha nach dem Herzinfarkt

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Vor wenigen Monaten geriet Renate S. in eine tiefe gesundheitliche Krise, die sie fast ihr Leben kostete. Heute ist sie wieder eine lebensfrohe, aktive Frau. Lesen Sie, wie die 70-Jährige nach einem schweren Herzinfarkt während einer Hüftoperation in der Reha wieder auf die Beine gekommen ist.

Der schwere Herzinfarkt

Eigentlich sollte Renate S. nur ein neues Hüftgelenk erhalten. Doch kurz nach der erfolgreichen Hüft-OP erlitt sie einen schweren Herzinfarkt. Aus der Orthopädie wurde sie in eine Herzklinik verlegt. In einer Notoperation öffnete das OP-Team ihren Brustkorb und ersetzte drei verstopfte Gefäße durch Bypässe. Als Werner S. seine Frau nach dem Eingriff wiedersah, lag sie im künstlichen Koma auf der Intensivstation; zahlreiche Schläuche ragten aus ihren Hals-, Arm- und Beinvenen.

Renate S. überlebte. Doch als sie wieder bei Bewusstsein war, litt sie an unerträglichen Schmerzen an der Hüfte. Denn die neue Hüfte wollte bewegt werden; normalerweise schließt deshalb die orthopädische Reha direkt an die Behandlung im Akutkrankenhaus an. Aber: „Mit Krücken durfte ich nicht laufen, wegen der Herz-OP, und es gab keine passenden Therapien für die Hüfte“, erzählt Renate S. „Wir sind dann immer mit dem Gehwagen auf der Station herumgelaufen und haben auf eigene Faust versucht, es besser zu machen.“

Renate und Werner S. lächeln in die Kamera.
Seit fast 50 Jahren verheiratet: Renate S. und ihr Mann Werner. Dank seiner Unterstützung und einer guten Reha können sich beide jetzt ihren großen Traum erfüllen und ihre goldene Hochzeit kirchlich feiern – ganz ohne Gehhilfe. (Foto: Christin Büttner/BDPK)

In der Reha wurde alles besser

„Ich war so zerstört, dass ich nicht mehr wollte“, erzählt die vierfache Großmutter und senkt den Blick auf den Boden. „Ohne meinen Mann und die Reha wüsste ich nicht, ob ich noch da wäre.“ Schließlich konnte Renate S. in die Klinik Schwabenland in Neutrauchburg verlegt werden. „Es wurde so viel besser, als ich hier war. Alle waren so freundlich, ich hab´ mich gut aufgehoben gefühlt. Und ich konnte mit meinem Mann ein Zimmer teilen. Eins mit zwei Einzelbetten, die wir zusammengeschoben haben“, kichert Renate S. und schwärmt von der guten Atmosphäre und dem Therapieerfolg. Durch die vielen Therapien habe sie von Anfang an Besserung erfahren. „Ich hab´ dann wieder daran geglaubt, dass ich es schaffen kann.“

Als Renate S. in die Reha-Klinik eingeliefert wurde, war sie auf den Rollator und die Hilfe ihres Mannes angewiesen, selbst Waschen und Anziehen ging nicht allein, erinnert sie sich. „Ich hab´ im Bad nicht ohne Hilfe stehen können, mein Mann musste mich halten.“ Der Therapieplan hatte es in sich; die ersten Wochen in der Reha-Klinik erlebte Renate S. als sehr anstrengend. Doch durch die engmaschige Betreuung konnte sie schon nach kurzer Zeit wieder sprechen, sich besser erinnern und schließlich ihr Ziel erreichen: „Ich bin hier ohne Rollator rausgegangen. Ich musste mich zwar einhängen, aber ich bin auf meinen eigenen Beinen herausspaziert. Ich war so stolz!“

GEMEINSAM STÄRKER!

„Allein hätte ich es nicht geschafft. Aber in der Reha-Klinik war alles unter einem Dach und die Therapien waren perfekt aufeinander abgestimmt.“ (Renate S., Reha-Patientin)

Der große Traum

Zu Fuß die Reha-Klinik verlassen: Neben diesem Ziel hatte Renate S. noch einen großen Traum: Sie wollte am Tag ihrer goldenen Hochzeit wenige Monate später ohne Hilfe vor den Altar treten und ihrem Mann noch einmal die Treue schwören. Auch dafür gab sie in der Reha alles. „Die Schwestern haben mich sehr gelobt, dass ich’s immer wieder probiert habe. Man muss aber schon alles selber machen und den Willen haben, gesund zu werden“, sagt die agile Seniorin.

Wie es ihr ohne die Reha ergangen wäre, mag sie sich gar nicht vorstellen. „Ich glaube, das hätte ich nicht geschafft. Ich hätte die Energie vielleicht gar nicht aufgebracht. Es wäre ja nicht alles in einem Haus gewesen, ich hätte überall woanders hin müssen. Hier waren die Therapien so gut aufeinander abgestimmt, manchmal hatte ich sieben Anwendungen am Tag, darunter Gymnastik, auch am Gerät, Wandern, Atemtechnik, Gedächtnis- und Autogenes Training. Die Ärzte haben sich um alles sehr bemüht. Ich hätte nie gedacht, dass in einer Rehaklinik so eine Fachkompetenz da ist.“

Und diese Fachkompetenz war in Renate S. Fall besonders gefordert: Denn sie musste ja Therapien für Hüfte und Herz gleichzeitig machen. „Das war ganz toll“, berichtet die 70-Jährige, „weil alles so ineinandergegriffen hat. Die Herz-Reha wurde ganz individuell für mich ergänzt durch Einzeltherapien für die Hüfte. So konnte ich die steife Hüfte und mein Herz gleichzeitig fit machen.“ Welche Therapie ihr dabei am meisten geholfen hat, kann Renate S. gar nicht sagen, denn sie findet: „Alle Therapien waren wichtig für mich und haben mir gut getan. Die Kombination war es, die so gut geholfen hat.“

Porträtfoto: Renate S. lacht in die Kamera.
Trotz der schweren Krise ist Renate S. ein lebensfroher Mensch. Die ehemalige Einzelhandelskauffrau ist sehr dankbar für die Hilfe, die sie in der Reha erfahren hat. „Dadurch konnte ich in kurzer Zeit wieder das Sprechen, Stehen und Gehen lernen, vorher war ich komplett auf Hilfe angewiesen“, sagt Renate S. (Foto: Christin Büttner/BDPK)

Dank Reha starken Schrittes zum Altar

Manchmal begleitete Werner S. seine Frau zur Therapie, manchmal wartete er geduldig auf sie und las die Zeitung. Dass er immer in ihrer Nähe war, tat der 70-Jährigen gut. „Wir konnten uns am Abend über das Geschehene unterhalten und damit abschließen. Wir teilen Freud und Leid miteinander und das bald seit 50 Jahren“, lächelt Renate S. ihren Mann an. Und bald wird sie selbstständig auf ihn zugehen können – bei der goldenen Hochzeit in der Kirche.

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