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Bei Rheuma ist ein gesunder Lebensstil entscheidend

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Wer an Rheuma leidet, kann selbst viel für seine Gesundheit tun. Eine gute Ernährung, ausreichend Schlaf und Bewegung machen den Körper widerstandsfähiger und verbessern oft deutlich die Lebensqualität.

Menschen mit Rheuma haben ihren Therapie-Erfolg ein Stück weit selbst in der Hand. Wer gut auf sein körperliches und seelisches Wohlbefinden achtet, verbessert nachgewiesenermaßen die Wirksamkeit einer Behandlung und beugt Beschwerden vor. Behandelnde Ärzt:innen sollten Betroffene deshalb ausführlich über die Zusammenhänge zwischen Rheuma und persönlichem Verhalten informieren, damit diese eigenverantwortlich ihre Gesundheit fördern können.

“Die Angst vor einer Rheuma-Erkrankung beruht häufig auf fehlendem Wissen”, erklärt Dr. Monica Capraru, Chefärztin für Innere Medizin und Rheumatologie in der MEDICLIN Seidel-Klinik in Bad Bellingen. “Als Arzt oder Ärztin muss man Patient:innen über die Krankheit aufklären und – ganz wichtig – aufzeigen, was diese selbst tun können und müssen. Denn viele handeln gegen ihre eigenen Interessen und gegen die Therapien.” Etwa, wenn Patient:innen rauchen, obwohl das die Krankheitsaktivität verschlimmert. Dabei profitieren Menschen mit Rheuma deutlich von einem gesünderen Lebensstil. “Es kann gezeigt werden, dass jemand, der übergewichtig ist und abnimmt, seine Chancen auf einen milden Krankheitsverlauf um das Sechsfache steigert”, verdeutlich Dr. Capraru.

Viele Beschwerden hängen zusammen

Entscheidend ist, dass die Betroffenen Zusammenhänge verstehen, verinnerlichen und in die Tat umsetzen. Denn verschiedene Beschwerden und Krankheitsbilder hängen auf übergeordneten Ebene zusammen. Das gilt insbesondere bei rheumatischen Erkrankungen, bei denen das Immunsystem beteiligt ist.

Bei Rheuma laufen Entzündungsprozesse ab, die den Alterungsprozess beschleunigen. Das begünstigt die sogenannte Komorbidität; also wenn mehrere Erkrankungen wie kardiovaskuläre Krankheiten, Osteoporose, Diabetes Typ 2 oder Krebserkrankungen gleichzeitig vorhanden sind.

“Es ist kein Zufall, dass solche Krankheiten zusammen auftreten”, sagt Dr. Capraru. Es gibt Mechanismen, wie sich diese Erkrankungen gegenseitig beeinflussen. Ein Rheumatiker hat beispielsweise immer ein kardiovaskuläres Risiko. Seine Gefäße sind sozusagen biologisch älter als er selbst. Auch eine hohe Stressbelastung wirkt sich negativ auf das Immunsystem aus und ist bei Rheuma besonders schädlich.

Widerstandskräfte lassen sich steigern

Die gute Nachricht: Jede:r kann selbst solche Prozesse beeinflussen und manchmal auch rückgängig machen. Entscheidend ist es, aktiv die Widerstandsfähigkeit des Organismus zu verbessern. Fachleute sprechen hier von Resilienz. Wichtige Mechanismen für eine gute Resilienz haben immer wir zur Hand: Eine gesunde Ernährung, erholsamen Schlaf und ausreichend Bewegung. Wer sich dies bewusst macht und in seiner Lebensgestaltung beachtet, trägt dazu bei, dass sein biologisches System im Gleichgewicht bleibt – trotz Entzündungen und Stress.

Wer Erfolge sieht, bleibt dran

Auf die Ernährung zu achten, Sport zu treiben und schädliche Gewohnheiten abzulegen, fällt vielen schwer. Deshalb ist es wirkungsvoller, Patient:innen individuell zu erklären, was im jeweiligen Fall das Beste ist, als allgemeine Patientenschulungen, erklärt Dr. Capraru. Manchen hilft ein spezielles Muskelaufbautraining, um gegen Bewegungseinschränkungen anzuarbeiten, bei anderen hat Gewichtsreduktion oder weniger Alkohol Priorität, anderen helfen Entspannungsübungen gegen Stressbelastungen und für erholsameren Schlaf.

“Der Patient hat die Wahl. Entweder macht er etwas für sich oder nicht. Ohne Lebensstiländerungen hat er nur die Hälfte der Miete gezahlt. Dann wirkt auch die beste medikamentöse Therapie nicht viel”, sagt Dr. Capraru. Sie hat die Erfahrung gemacht, dass sich Lebensstiländerungen nach etwa sechs Monaten bemerkbar machen. “Wenn der Patient die Erfolge spürt, ist das sehr motivierend und er bleibt dran. Und zwar für sich – nicht, weil es ihm die Ärztin gesagt hat. Weil er weniger Schmerzen hat, besser Luft bekommt, sich besser bewegen kann.”

Achtsame Lebensführung schon Kindern vermitteln

Wer durch eigenes Verhalten Erfolge verspürt, lebt nicht nur selbst dauerhaft gesünder, sondern motiviert oft auch andere. Manchmal verändert sich in der ganzen Familie etwas zum Positiven, so die Beobachtung der Chefärztin.

“Entscheidend ist letztendlich, zu verinnerlichen, dass mein Handeln in jedem Augenblick die Biologie in meinen Zellen beeinflusst.” Das gelte nicht nur bei Rheuma, sondern für jeden Menschen. Wem bewusst sei, dass zum Beispiel gestörter Schlaf durch viele durchgearbeitete Nächte biologisch bezahlt werden muss, werde automatisch achtsamer mit sich umgehen. “Das sollte man schon Kindern und Jugendlichen vermitteln.”

Der Welt-Rheuma-Tag

Am Welt-Rheuma-Tag, der jährlich am 12. Oktober stattfindet, informieren Selbsthilfeorganisationen wie die Deutsche Rheuma-Liga über die Erkrankung und die Anliegen betroffener Menschen.

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