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Ein Reha-Konzept für Epilepsie-Patienten

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Ergotherapie ist Teil des Reha-Konzeptes
Ergotherapie ist ein wichtiger Teil des Reha-Konzeptes bei Epilepsie.

Was bringt ein Reha-Konzept bei Epilepsie?

Mit 400.000 bis 800.000 Betroffenen zählt die Epilepsie zu einer der häufigsten chronischen neurologischen Erkrankungen in Deutschland. Ihre Ursachen sind sehr unterschiedlich, und auch die persönliche Situation der Menschen mit Epilepsie ist so individuell wie das Leben selbst. Die Beeinträchtigungen, unter denen sie leiden, ähneln sich dennoch: neben den Anfällen sind dies oft auch psychische Belastungen. Eine individuell an den Patienten angepasste Behandlung kann hier helfen, um sich diesen Herausforderungen erfolgreich zu stellen.

Neben auf die Behandlung von Epilepsie spezialisierten Fachärzten, Schwerpunktpraxen und Epilepsiezentren, die sowohl eine ambulante als auch eine stationäre Versorgung ermöglichen, können Betroffene auch von einer Rehabilitation profitieren. Das rehabilitative Angebot speziell für Menschen mit Epilepsie ist aber in den letzten Jahren stark zurückgegangen. Dr. med. Raimund Weber, Oberarzt Neurologie beim Passauer Wolf Bad Gögging, arbeitet auch deswegen an einem Konzept, um in Bad Gögging eine auf Epilepsie zugeschnittene Reha anbieten zu können. Dafür ist er bestens geeignet: Fast 30 Jahre Erfahrung in der neurologischen Reha, den Großteil in der Behandlung von Patienten mit Epilepsie, fließen in die Umsetzung.

Verlauf einer Epilepsie-Reha

Gestartet wird wie bei den meisten anderen Rehas: Nach einer epilepsiechirurgischen Operation, oder wenn der Haus- oder Facharzt feststellt, dass ein Aufenthalt in einer Reha-Klinik eine Verbesserung des Krankheitsbildes bewirken kann. Was die Reha in Bad Gögging besonders macht, ist ihr speziell auf Menschen mit Epilepsie abgestimmtes Konzept. Denn gerade bei einem so hochkomplexen Krankheitsbild wie der Epilepsie ist es für einen bestmöglichen Behandlungserfolg wichtig, dass die Therapien individuell an die persönliche Situation angepasst werden.

An erster Stelle bei der Reha für Menschen mit Epilepsie steht die Krankheitsverarbeitung: Wie gehe ich mit meiner Epilepsie um? Welche Therapien helfen mir, Anfälle zu vermeiden? Wie kann ich meinen Beruf weiter ausüben? Bei diesen und noch vielen weiteren Fragen stehen den Patient:innen auch Neuropsychologen zur Seite, die nicht nur gemeinsam mit den Patienten Lösungen zu ihren Fragen suchen, sondern vor allem bei der psychischen Bewältigung der Krankheit unterstützen. Diesen Fokus setzt Dr. Weber in seinem Konzept ganz bewusst. Denn oft sind es die mit der Epilepsie einhergehenden psychischen Belastungen, die die Patient:innen als stärkste Beeinträchtigung wahrnehmen.

Der Vorteil einer stationären Reha für Menschen mit Epilepsie ist, dass sich Betroffene dort zusammen mit einem multidisziplinären Team aus Ärzten, Therapeuten und Pflegern über einen längeren Zeitraum ganz auf die Behandlung der Krankheit konzentrieren können. So ist es neben der besseren Einstellung der Medikamentendosen und gezielten Therapie auch möglich, individuelle Lösungen für die Bewältigung der mit der Epilepsie einhergehenden Beeinträchtigungen zu finden. Andere Fachbereiche des Passauer Wolf Bad Gögging, wie die HNO-Phoniatrie, ergänzen bei Bedarf die Behandlung. Das Ziel: Die eigene Selbstständigkeit zu erhalten und den Alltag mit all seinen Belastungen zu meistern. Dazu gehört auch, die Möglichkeiten auszuloten, wie es jemanden mit Epilepsie gelingen kann, einen Beruf (wieder) auszuüben.

Fallbeispiel: Epilepsie im Beruf

Dazu ein Fallbeispiel: Bei einem Krankenpfleger wird eine Epilepsie diagnostiziert. Vor einigen Jahren hätte das noch das Aus für die Ausübung seines Berufs bedeutet. Heute werden solche Situationen differenzierter betrachtet und die individuellen Umstände in die Überlegungen mit einbezogen. Wenn man im Falle des Krankenpflegers feststellen kann, dass seine epileptischen Anfälle nur nachts auftreten, so ist es durchaus möglich, dass er untertags seiner Arbeit nachgehen und auch Autofahren kann – zwei Dinge, die für Menschen mit Epilepsie auch heute noch oft als grundsätzlich unmöglich aufgefasst werden. Hier setzt auch die Reha an. Denn während des Aufenthalts kann gerade im Rahmen der Therapien und Behandlungen, vor allem der Ergotherapie und Neuropsychologie, die individuelle Leistungsfähigkeit der Betroffenen sehr gut erfasst werden. Es ist also möglich, die möglichen späteren Fähigkeiten des Betroffenen differenziert einzuschätzen. Das macht es den Patient:innen leichter, sich nach der Reha wieder im Alltag einzufinden und im besten Fall wieder einen Beruf auszuüben.

Das Konzept zur Rehabilitation für Menschen mit Epilepsie befindet sich beim Passauer Wolf Bad Gögging gerade noch im Aufbau. Dr. Weber möchte damit einen weiteren Baustein bei der Versorgung von Betroffenen schaffen. Denn um die bestmögliche Versorgung sicherzustellen, benötigen Betroffene eine spezielle Reha und Beratung – und die will er so bald wie möglich anbieten. Durch Kooperationen zwischen dem Passauer Wolf Bad Gögging mit den Epilepsiezentren in der Region profitieren Patienten von verbesserten Versorgungsstrukturen bei der Behandlung. Zusätzlich zu den medizinischen Einrichtungen für Menschen mit Epilepsie gibt es zahlreiche Selbsthilfegruppen, die eng mit den Kliniken zusammenarbeiten. Während des Reha-Aufenthalts werden hier bereits Kontakte vermittelt, um in der Zeit danach eine Stütze anzubieten. Mit diesen eng verzahnten Abläufen und einer an den einzelnen Menschen angepassten Behandlung können so Strukturen aufgebaut werden, die es Betroffenen erleichtern, ihre Epilepsie zu bewältigen. Denn eine Epilepsie muss nicht heißen, dass man nicht am Leben teilhaben kann. Eine Reha kann helfen, dass das gelingt.

 

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