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22.11.2022

Reha-Kliniken benötigen finanzielle Sicherheit

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Der Bayerischer Gesundheitsminister Klaus Holetschek besuchte in der vergangenen Woche die Fachklinik Ichenhausen der m&i-Klinikgruppe Enzensberg. Im Mittelpunkt der gesundheitspolitischen Gespräche zwischen Vertreter:innen der m&i-Klinikgruppe Enzensberg und dem Bayerischen Staatsminister für Gesundheit und Pflege Klaus Holetschek stand die schwierige wirtschaftliche Situation der Reha- und Vorsorgeeinrichtungen sowie der sich zuspitzende Personalmangel.

Drei Männer schauen sich einen Dokumentationsbogen an.
Der Bayerische Gesundheitsminister Klaus Holetschek informiert sich in der Fachklinik Ichenhausen über die Arbeit der medizinischen Fachkräfte. Foto: m&i Klinikgruppe Enzensberg

Etzel Walle, Geschäftsführer der Klinikgruppe Enzensberg bedankte sich zum Auftakt der Gespräche für die großzügige und unbürokratische Unterstützung des Freistaats Bayern während der COVID-19-Pandemie. „Dass wir trotz des Wegfalls massiver Erlöse bisher so gut durch die Pandemie gekommen sind, ist diesem schnellen Eingreifen der Politik zu verdanken”, so die Worte des Geschäftsführers. „Die andauernden Belastungen der Pandemie, die galoppierende Inflation und die explodierenden Energiekosten bringen unsere Kliniken nun aber an ihre wirtschaftliche Belastungsgrenze“, führte Walle weiter aus. Eine Weitergabe der Preissteigerungen an die Kostenträger sei dabei nur bedingt möglich.

Wie schwierig und außerordentlich prekär die Situation für die Reha- und Vorsorgeeinrichtungen aktuell ist, schilderte Veronika Diepolder von der zentralen Geschäftsleitung für Finanzen, Controlling und Einkauf. So sind zum 30. Juni dieses Jahres die gesetzlichen Corona-Ausgleichszahlungen und Versorgungszuschläge ausgelaufen, kritisierte sie. „Durch den Wegfall des Hygienezuschlags in der Rehabilitation, die gestiegenen Energiekosten und die Inflation fehlen unseren Kliniken pro Tag und Patient 26 Euro“, so Diepolder weiter. Diepolder kritisierte, dass trotz der angespannten Lage, die Bundesregierung bisher noch keine geeigneten Maßnahmen eingeleitet hat, um die Finanzsicherheit der Einrichtungen zu gewährleisten.

Der Bayerische Staatsminister für Gesundheit und Pflege versprach den Klinikvertreter:innen, sich wegen der gestiegenen Sach- und Energiekosten weiter mit Nachdruck beim Bund für einen Inflationsausgleich für Kliniken einzusetzen: „Ich unterstütze die Forderungen zur Kompensation der Belastungen“, so Klaus Holetschek. Eine Umsetzung könne gleichwohl nur auf Bundesebene erfolgen, denn dort liege die Verantwortlichkeit für die Finanzierung der Einrichtungen.

Angespannte Personalsituation benötigt schnelle Lösungen

Durch Tätigkeitsverbote für infiziertes Personal und aktuell ungewöhnlich hohe Krankenstände leiden die Einrichtungen aktuell unter starken Personalausfällen. Infolgedessen liegt die Auslastung der Kliniken rund 15 Prozent unter dem üblichen Maß. „Wir können nicht alle Betten belegen, weil zu viele Mitarbeitenden krank sind. Das hat wirtschaftliche Folgen für die Kliniken“, berichtet Stefan Krotschek, kaufmännischer Direktor der m&i-Fachklinik Ichenhausen. „Das Arbeiten muss sich lohnen und die Attraktivität des Pflegeberufs muss steigen“, so Diepolder. Vor diesem Hintergrund ist die Forderung des bayerischen Gesundheitsministers nach „Steuerfreistellung von Wochenend-, Feiertags- und Nachtzuschlägen für systemrelevante Berufsgruppen“ zu begrüßen und wird von den Klinikexperten unterstützt.

Daneben ist für die Klinikgruppe die Rekrutierung von Fachkräften aus dem Ausland ein wichtiger Baustein zur Sicherung der pflegerischen Versorgung. Klinikgeschäftsführer Etzel Walle fordert, „dabei mutig zu sein und die bürokratischen Hürden in der Zuwanderung ausländischer Fachkräfte abzubauen.“ Ausländische Fachkräfte müssten leichter und v.a. schneller den Weg nach Deutschland finden. „Und die Verfahren für ausländische Fachkräfte, die bereits in Deutschland sind, müssen verbessert werden“, ergänzt Krotschek. „Ohne mehr Zuwanderung werden wir nicht mehr auskommen“, ist sich auch Holetschek sicher. Ziel müsse es daher sein, die Verfahren zur Anerkennung der Abschlüsse zu standardisieren und die Prozesse zu beschleunigen.

Holetschek sichert Unterstützung zu

„Bayern ist Reha-Land Nr. 1 in Deutschland. Mir sind die Tragweite der angespannten Situation und die schwierige Lage bewusst. Ich werde mich daher weiterhin mit Hochdruck auf den verschiedenen Ebenen für die Abwendung weiterer Härten und eine Verbesserung der Situation einsetzen. Wir brauchen weniger Bürokratie, mehr Flexibilität und wieder weniger Regularien von oben,“ so Holetschek. Und er verspricht, die angekündigten Aktivitäten und Maßnahmen des Bundes im Blick zu behalten und mit allem Nachdruck auf eine rasche Kompensation der den Rehakliniken infolge der Energie- und sonstigen Sachkostensteigerungen entstehenden Mehrkosten hinzuarbeiten.

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