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29.07.2026

Einfach pure Dankbarkeit

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Angst, Hilflosigkeit, Tagträume – zehn Jahre nach seiner schweren Erkrankung am Guillain-Barré-Syndrom (GBS) erzählte Klaus-Peter Scholz in der Klinik Schloss Pulsnitz vor Klinik-Mitarbeiter:innen über seinen Weg zurück ins Leben.

Wiedersehen zwischen Klaus-Peter Scholz (li.) und dem Ärztlichen Direktors Prof. Marcus Pohl (re.)

Fast genau zehn Jahre ist es her, dass sich das Leben von Klaus-Peter Scholz schlagartig änderte. Er fühlte sich plötzlich „irgendwie komisch“, mit einer Schwäche und Schmerzen, die er so nicht kannte. Zu einer ersten Untersuchung in der Uniklinik Dresden angekommen, war er noch guter Dinge und scherzte mit seinem Sohn, der ihn begleitete. „In ein, zwei Tagen werde ich schon wieder zu Hause sein“, dachte er. Dass es rund sieben Monate werden sollten, ahnte er nicht.

Scholz war am seltenen Guillain-Barré-Syndrom in einer besonders schweren Ausprägung erkrankt. Sein Zustand verschlechtert sich schnell. Nach kurzer Akutbehandlung kommt er im März 2016 nach Pulsnitz in die neurologische Frühreha – durchgängig beatmet, tracheotomiert, nahezu vollständig bewegungsunfähig. An diese Zeit kann er sich trotz seiner schweren Erkrankung und starker Wahrnehmungsstörungen sehr gut erinnern: „Was noch funktionierte, war mein rechtes Auge. Ansonsten lag mein Körper sozusagen nur noch da und es fühlte sich an, als wären Körper und Seele nicht mehr eins. Ich habe alles um mich herum mitbekommen, konnte es aber nicht verarbeiten. Es war, als würde all das nicht mich betreffen, wenn die Ärzte und Therapeuten vor mir standen und über Herrn Scholz sprachen. Ich lag vor ihnen und war trotzdem weit, weit weg“, berichtet er. An zahlreiche Tagträume erinnert er sich. Rückblickend einer lustiger als der andere. Und dies in einer Situation völliger Hilflosigkeit, ohne jede Möglichkeit der verbalen Kommunikation. Ein dramatisches Ereignis während der Rehabilitation stellte schließlich einen Wendepunkt dar: „Ich musste wiederbelebt werden. Auch daran erinnere ich mich ganz gut, an die Leute um mich herum. Es war dunkel, aber das Licht im Flur war hell. Und dann, nach wohl fünf oder sechs Minuten: Das Team ist erleichtert, Herr Scholz ist wieder da. Als die letzte Schwester danach das Zimmer verlässt und mich anlächelt, denke ich mir: also dieser Herr Scholz, über den hier alle reden, hat es wirklich gut. Der ist in guten Händen“, erzählt er.

In den folgenden Wochen geht es langsam bergauf. Schwierig bleibt die Entwöhnung von der Beatmung, die ihm zu dieser Zeit unbeschreibliche Ängste bereitet. Aber Körper und Seele finden wieder mehr und mehr zueinander. Er macht Fortschritte in den Therapien und kann schließlich Ende Juni in die neurologische Reha Phase C übergeleitet werden. Im September wird Scholz aus der Reha nach Hause entlassen. Er kann – am Rollator – wieder gehen, und was noch wichtiger ist, wieder lachen. Die Zeit der Reha ist ihm bis heute in bester Erinnerung geblieben. Klaus-Peter Scholz ist eine Frohnatur. Seine Lebensfreude erkämpfte er sich zurück. Er scherzt: „Was nervte mich damals das Training mit diesem Bettfahrrad… Du guckst die Wand an, trampelst und trampelst, kommst aber nicht vom Fleck. Was ist denn das für ein Quatsch, dachte ich mir. Aber die Therapeuten ermutigten mich immer wieder: stellen Sie sich vor, Sie fahren durch die schönsten Landschaften und über die besten Radwege Sachsens“. Schon bald nach seiner Entlassung kaufte sich Scholz ein Liegerad. „Meine Frau hat mich natürlich für verrückt erklärt, aber seitdem fahre ich wirklich wieder durch die schönsten Landschaften“.

Gekommen war Scholz auf Einladung des Ärztlichen Direktors Prof. Marcus Pohl im Rahmen einer klinikinternen Fortbildung. Ärzte, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Pflege und des therapeutischen Bereichs, die ihn damals teilweise betreut haben, waren mit dabei und freuten sich über das Wiedersehen.

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