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25.01.2022

Der lange Weg mit Long Covid

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Eisen­moor­bad Bad Schmiede­berg

Ein interdisziplinäres Reha-Konzept für Betroffene von Long Covid haben die Ärzt:innen in Bad Schmiedeberg entwickelt.

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Im Eisenmoorbad Bad Schmiedeberg hatte Chefärztin Gabriele Karanis bereits im doppelten Sinn mit Long Covid zu tun. Einige der Reha-Patient:innen, die in die Klinik kamen, hatten Long Covid-Symptome. Aber auch sie selbst ist nach einer Covid-19-Erkrankung betroffen. Umso wichtiger war es ihr, ein Reha-Konzept zu entwickeln, das die Bedürfnisse von Long Covid-Betroffenen abdeckt.

Reha bei Long Covid bedeutet vor allem: Das richtige Maß finden, um wieder in Balance zu kommen. Foto: M. Knoch

Ein Blumenstrauß an Beschwerden

Nach wie vor dauert die Erforschung von Long Covid an. Gabriele Karanis und der ärztliche Direktor der Reha-Klinik, Alexander Schmidt, gehen von einer halben Million Menschen allein in Deutschland aus, die an Long Covid leiden.

Die Symptome sind vielfältig, unspezifisch und teilweise gravierend. Ein Teil der Betroffenen ist auch nach über einem Jahr noch nicht wieder erwerbsfähig. Deswegen sind Therapieangebote so wichtig.

Zu den Symptomen zählen allgemeine Schwäche, Muskel- und Gelenkschmerzen, Kopfweh, Übelkeit und Erbrechen, neurologische Erscheinungen wie Sensibilitätsstörungen an Händen und Füßen, Lähmungserscheinungen, Konzentrationsstörungen, Gedächtnis- und Schlafprobleme, Wortfindungsstörungen, Riech- und Geschmacksstörungen.

Wie schwer die Ursprungserkrankung war, ist dabei kein Indikator dafür, ob und wie stark jemand Long Covid entwickelt. Auch asymptomatisch Erkrankte können betroffen sein. Daher ist die Diagnose nicht einfach. Immerhin müssen die Symptome erst einmal einer Covid-19-Erkrankung zugeordnet werden. Das ist schwer, wenn Betroffene gar nicht wissen, dass sie erkrankt waren.

Salzinhalation kann bei Atemwegsbeschwerden Linderung verschaffen. Foto: M. Knoch

Wie kann eine Reha bei Long Covid helfen?

Nach jetzigem Kenntnisstand kann eine Reha  bei vielen Symptomen von Long Covid Linderung verschaffen. Besonders bei anhalten Atembeschwerden können Behandlungsprogramme in Kliniken mit entsprechendem Schwerpunkt – wie dem Eisenmoorbad mit der dort vorhandenen Salzerlebniswelt und dem Gradierwerk – zur Besserung beitragen.

Der Bedarf an Therapieprogrammen ist hoch. Eine aktuelle Studie der Mainzer Universitätsmedizin zeigt: Rund 40 Prozent der mit dem Coronavirus infizierten Menschen haben über ein halbes Jahr hinweg long-covidartige Symptome. Dazu gehören auch Beschwerden wie ME/CFS (Myalgische Enzephalomyelitis/Chronisches Fatigue Syndrom), eine postvirale neuroimmunologische Erkrankung. Eine Reha-Maßnahme kann bei dieser Erkrankung oft nicht sofort zu einer deutlichen Verbesserung beitragen. Für Betroffene geht es zuerst vor allem darum, die eigene Belastungsgrenze zu finden und das sogenannte ‘Pacing’ zu üben. In jedem Fall gilt es zu vermeiden, dass es Patient:innen nach einer Reha schlechter geht als vorher.

Programm bei Kostenträgern eingereicht

Das Konzept für das Rehabilitationsangebot der Eisenmoorbad Kur GmbH haben die Verantwortlichen Ende Dezember 2021 an die Kostenträger geschickt. Sobald Rentenversicherung, Berufsgenossenschaften und Krankenkassen zustimmen, können bereits zwei bis drei Wochen später die ersten Patient:innen ihre Reha in Bad Schmiedeberg antreten.

Chefärztin Gabriele Karanis hofft auf schnelle Zustimmung. Ihre eigene Erkrankung gab den Anstoß, das interdisziplinäre und modular aufgebaute Konzept zu entwickeln.

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