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23.10.2026

Durch Empathie zurück ins Leben

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Als Logopäde in einer Reha-Klinik in Beelitz-Heilstätten begleitet Lukas Heinze Menschen nach einem Schlaganfall auf ihrem Weg zurück in den Alltag. 

weibliches Händepaar bei logopädischer Übung
Hinweis: Die im Bild gezeigten Personen sind nicht mit den im Artikel beschriebenen Personen identisch. (Quelle: Shutterstock)

Für den Logopäden stehen dabei nicht die Einschränkungen, sondern die Möglichkeiten seiner Patientinnen und Patienten im Mittelpunkt. Eine ehemalige Patientin hat ihn deshalb für den Motivationspreis 2026 der Stiftung Deutsche Schlaganfallhilfe nominiert.

Lukas Heinze weiß aus seiner täglichen Arbeit, wie einschneidend ein Schlaganfall sein kann. In der Reha-Klinik, in der er tätig ist, werden rund 90 Prozent der Patientinnen und Patienten nach einem Schlaganfall behandelt. Dabei erlebt er sowohl schwere Schicksale als auch beeindruckende Fortschritte.

Seine Berufswahl traf er mit dem Wunsch, etwas Sinnvolles zu tun. Heute begleitet er Menschen durch eine Zeit, die von Unsicherheit, Rückschlägen und kleinen wie großen Erfolgen geprägt ist.

Besonders wichtig ist ihm, das Bewusstsein für Schlaganfälle in der Öffentlichkeit zu stärken. Zwar gibt es bekannte Risikofaktoren, doch auch Menschen, die nicht rauchen, keinen Alkohol trinken und sich gesund ernähren, können einen Schlaganfall erleiden. Deshalb möchte Heinze vermitteln, dass die Erkrankung jeden treffen kann und Aufklärung für alle wichtig ist.

Fortschritte schenken neue Hoffnung 

Was ihn an seiner Arbeit besonders erfüllt, sind die Begegnungen mit ehemaligen Patientinnen und Patienten, die nach Monaten oder sogar Jahren wieder in die Klinik kommen und von ihrem weiteren Weg berichten. Zu erfahren, welche Fortschritte sie erzielt und wie viel Lebensqualität sie zurückgewonnen haben, ist für ihn eine starke Motivation.

Eine dieser Patientinnen ist Nevena Lautenschläger-Petrovic. Sie kam 2024 nach zwei Schlaganfällen zur Rehabilitation. Zu diesem Zeitpunkt konnte sie zunächst nicht laufen. Besonders schwer wog jedoch die globale Aphasie, bei der ihre Fähigkeit zu sprechen nahezu vollständig ausgefallen war.

Mit intensiver logopädischer Unterstützung gelang ihr innerhalb von nur drei Wochen eine bemerkenswerte Rückkehr ihrer Sprechfähigkeit. „Ein absoluter Wahnsinn und leider nicht der normale Durchschnitt“, sagt Heinze über diesen außergewöhnlichen Verlauf.

Offen mit den Folgen umgehen

Vor der Entlassung gibt Heinze seinen Patientinnen und Patienten einen wichtigen Rat mit auf den Weg: „Verstecken Sie nichts. Tun Sie nicht so, als habe es die letzten Wochen nicht gegeben!“ Vielmehr gehe es darum, offen mit der Erkrankung umzugehen und den Betroffenen die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben zu ermöglichen. Auch bei Nevena Lautenschläger-Petrovic erkannte Heinze früh, wie viel in ihr steckte. „Eine sehr junge, sehr engagierte Patientin war das. Die war bereit, alles auszuprobieren“, erinnert er sich.

Dabei war ihm wichtig, ihr zu vermitteln, dass eine Aphasie nichts über die Intelligenz eines Menschen aussagt. Es handelt sich um eine erworbene Sprachstörung, die beispielsweise nach einem Schlaganfall auftreten kann. Die sprachlichen Fähigkeiten können sich durch gezielte Therapie wieder verbessern.

Im Austausch mit den Krankenkassen sieht die Realität allerdings häufig anders aus: Um eine Rehabilitationsmaßnahme zu begründen, müssen vor allem die bestehenden Einschränkungen dokumentiert werden. Die Potenziale eines Menschen geraten dabei leicht in den Hintergrund. Für Heinze ist es deshalb umso wichtiger, in der Therapie nicht allein auf das zu schauen, was nicht mehr funktioniert. Er möchte seine Patientinnen und Patienten darin bestärken, ihre Fähigkeiten wiederzuentdecken.

Gemeinsam mehr erreichen

Wie viel durch Engagement auf beiden Seiten möglich ist, zeigt die Geschichte von Nevena Lautenschläger-Petrovic besonders eindrücklich. Im Gespräch mit den behandelnden Klinikärzten setzte sich Heinze dafür ein, ihr die doppelte Anzahl an Therapiestunden zu ermöglichen. Die zusätzliche Zeit nutzte sie mit großem Einsatz und viel Motivation. Die intensive Zusammenarbeit zahlte sich aus und wurde für beide zu einem Erfolgserlebnis.

Dass Nevena Lautenschläger-Petrovic ihren Logopäden für den Motivationspreis 2026 vorgeschlagen hat, ist Ausdruck ihrer Dankbarkeit.

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