Logo
Menü

Startseite » #Montagslächeln: Berufe in der Reha
20.02.2022

#Montagslächeln: Berufe in der Reha

Mitmachen!

Die Reha braucht Ihre Unterstützung. Geben Sie hier der Initiative „REHA. MACHT’S BESSER!“ Ihre Stimme:

Für die Reha stimmen

Der Koalitionsvertrag der Regierungsparteien aus SPD, Bündnis90/Die Grünen und FDP sieht vor, künftig auch die Aus- und Weiterbildung von Pflegekräften in Rehakliniken zu ermöglichen – eine unabdingbare Notwendigkeit, um den Fachkräftemangel in der Pflege anzugehen. Reha-Kliniken müssen sowohl für die Ausbildung von Pflegekräften und Psychotherapeut:innen sowie für die Weiterbildung von Ärzt:innen zugelassen werden, um so weitere Pflegestellen zu schaffen und dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken.

Und – die Berufe in Reha- und Vorsorgeeinrichtungen sind interessant, abwechslungsreich und sinnstiftend. Unter #Montagslächeln stellen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ihren  Arbeitsalltag in der Reha vor und erzählen, was sie an ihrem Beruf besonders lieben.

Susann Thieme, Ergotherapeutin Paracelsus Klinik am Schillergarten in Bad Elster.
Susann Thieme, Ergotherapeutin Paracelsus Klinik am Schillergarten in Bad Elster. Foto: Susann Thieme

Susann Thieme: Mein Beruf, meine Leidenschaft

“Ich arbeite als Ergotherapeutin – ein Beruf, den man durch eine schulische Ausbildung erlernt. An erster Stelle steht in meinem beruflichen Alltag als Ergotherapeutin die Wiederherstellung verloren gegangener Fähigkeiten und Fertigkeiten der Patienten, angepasst an das jeweilige Krankheitsbild. Wichtig in der ergotherapeutischen Arbeit ist, eine alltagsnahe Zielsetzung, welche mit dem Patienten gemeinsam besprochen und festgelegt wird. Eine direkte Auseinandersetzung mit Symptomen, welche durch die Erkrankung ausgelöst werden, ist ebenfalls Bestandteil, sowie das Erkennen und Bewusstmachen von Stärken und Ressourcen. Es findet ein gezieltes Training im Umgang mit Hilfsmitteln statt und es werden individuelle Strategien erarbeitet, um den gewohnten privaten wie auch den beruflichen Alltag bestmöglich wieder bewältigen zu können.

Die meiste Freude empfinde ich während der Arbeit als Ergotherapeutin, wenn ich spüre, dass ich Menschen zu mehr Selbständigkeit verhelfen kann. Dass ich mit meiner Arbeit im Leben eines Anderen viel positiven Einfluss habe. Die Dankbarkeit sowie das Vertrauen, welches mir von meinem Patienten entgegengebracht wird, gibt mir immer wieder das Gefühl, am richtigen Platz zu sein. Mein Beruf, meine Leidenschaft.

Um Ergotherapeutin zu werden, besucht man eine Schule für Ergotherapie. Innerhalb der Ausbildung ist ein dreimonatiges Praktikum vorgesehen und das kann man bei uns an der Paracelsus Klinik am Schillergarten in Bad Elster absolvieren und in vielen anderen Reha-Kliniken.”

Elisa Gerhardt, examinierte Altenpflegerin in der Hamm Klinik Bellevue in Bad Soden-Saalmünster Foto: Elisa Gerhardt

Elisa Gerhardt: Hier bin ich richtig

“Ich bin Elisa, examinierte Altenpflegerin im Pflegedienst der Hamm Klinik Bellevue in Bad Soden-Salmünster. Heute werden nur noch Pflegefachfrauen/-Männer ausgebildet, meinen “Namen” als examinierte Altenpflegerin habe ich vor Einführung der Generalistik bekommen.

Meine Hauptaufgaben in der onkologischen Reha sind die Behandlungspflege nach SGB V, also allgemein Spritzen, Wundversorgungen, Verabreichung von Medikamenten etc., aber auch Blutentnahmen und Blutgasanalysen im Labor. Auch die Beratung und Anleitung der Patient:innen, vor allem bei Stoma- und Tracheostomata, gehört zu meinem Aufgabengebiert. Außerdem besteht ein großer Teil meines Aufgabengebiets aus diagnostischen Arbeiten, also die Vitalzeichenkontrolle und Patientenbeobachtung, EKG, Langzeit-EKG, Langzeit-Blutdruck, Lungenfunktionstest oder der 6-Minuten Gehtest. Grundpflege spielt bei uns nicht so eine große Rolle, da der Großteil der Patient:innen selbstständig ist. Bei Bedarf unterstützen wir natürlich bei der Körperpflege, zielen aber immer darauf, die Selbstständigkeit der Patient:innen zu fördern.

Was mir an meinem Beruf besonders Spaß macht ist, dass es in der Reha häufig darum geht zuzuhören, zu beraten und zu befähigen – also auch sehr genau auf den Menschen und seine Bedürfnisse zu schauen. Das Schöne dabei ist, dass ich mir hierfür auch wirklich Zeit nehmen kann. Den Patient:innen mit meiner Expertise im Reha-Prozess zur Seite zu stehen, bringt einen großen Mehrwert, für die Patient:innen und auch für mich – denn ich weiß, dass ich richtig bin.

In der onkologischen Reha können Pflegende bisher leider noch nicht ausgebildet werden, da das breite Spektrum, das es braucht, um den Beruf zu erlernen üblicherweise eher in stationären Einrichtungen des Gesundheitswesens wie Pflegeheimen oder Akutkrankenhäuser angeboten werden kann. Doch hoffentlich wird sich hier durch die neue generalistische Pflegeausbildung in Zukunft etwas tun.”

Nadine Sandmann, Qualitätsmanagementbeauftragte und Assistenz der Geschäftsführung in den Paracelsus-Kliniken Bad Essen. Bild: Paracelsus-Kliniken.

Nadine Sandmann: Die Richtung war klar.

Frau Sandmann ist Qualitätsmanagementbeauftragte und Assistenz Klinikmanagement in den Paracelsus-Kliniken Bad Essen. Sie sagt:

„Nach meinem Bachelorstudium „Betriebswirtschaft im Gesundheitswesen“ und einem 4-monatigen Praktikum im Qualitätsmanagement war die Richtung für mich klar.

Neben den „typischen“ QM-Aufgaben wie der Durchführung und Begleitung interner und externer Audits sowie der Dokumentenpflege, Erstellung von qualitätsrelevanten Berichten und Statistiken bin ich als Schnittstelle in verschiedenste abteilungsübergreifende Themen involviert. Meine Woche besteht aus der Teilnahme an unterschiedlichsten Terminen sowie ggf. deren Vor- und Nachbereitung, größere und kleineren Projektarbeiten, Recherchetätigkeiten oder ganz aktuell – alles rund um das Thema Hygiene. Kein Tag gleicht dem anderen und das gefällt mir besonders gut.

Besonders viel Freude macht mir die Vielfältigkeit meiner Arbeit. Während es Tage gibt, an denen ich ausschließlich am PC arbeite, Berichte oder Präsentationen erstelle oder Mails beantworte, bin ich an deren Tagen viel im Austausch mit anderen Abteilungen oder externen Dienstleistern. Ich habe schon immer gerne Dinge geplant und organisiert – das macht mir einfach Spaß. Weitere Schwerpunkte sind sicherlich die internen und externe Audits. Ziel ist, zu überprüfen, ob die DIN EN ISO-Anforderungen wie gesetzliche Vorgaben erfüllt und allgemeine Arbeitsabläufe wie Einarbeitungen neuer Mitarbeiter:innen durchgeführt werden. Man lernt im Hintergrund viel über die Prozesse, hinterfragt und sucht gemeinsam nach Verbesserungsmöglichkeiten.

Der Beruf Qualitätsmanagementbeauftragte wird nicht explizit in der Reha ausgebildet. Oftmals reichen, wie bei mir, erste Erfahrungen eines Praktikums. Weiterbildungen zum Qualitätsbeauftragten bis hin zum externen Qualitätsauditor lassen sich parallel zum Berufseinstieg vereinbaren, sind aber kein Muss. Ich selbst habe neben dem Berufseinstieg schon an externen Seminaren zum Qualitätsmanagement teilgenommen. Insbesondere das jährlich stattfindende externe Audit sehe ich als große Chance für die berufliche und persönliche Weiterentwicklung, da man von Extern nochmal einen ganz anderen Blickwinkel für neue Ideen aufgezeigt bekommt.“

Carola Dehmel
Carola Dehmel. Bild: Paracelsus Klinik am Schillergarten Bad Elster

Carola Dehmel: Bauchgefühl ist wichtig

Carola Dehmel ist Diätassistentin in der Paracelsus Klinik am Schillergarten Bad Elster.

Meine Hauptaufgaben bestehen darin, die Patient:innen während ihres Aufenthaltes und bei Bedarf auch noch danach hinsichtlich Ernährungsfragen zu betreuen.

Als Diätassistentin bieten wir Einzelberatungen, Schulungen und Vorträge zu verschiedenen Ernährungsthemen wie Reduktionskost, erhöhte Harnsäure, Cholesterin und Blutzuckerwerten an. Zu unseren Patient:innen gehören überwiegend onkologische Patienten. Diese leiden häufig unter einer Kachexie (pathologischen Gewichtsverlust). Sie werden sehr individuell betreut, um den Nährstoffdefizit auszugleichen, z.B. mit einer bilanzierten Trinknahrung, die auch zum Teil selbst von uns zubereitet werden.

Wir beraten auch zu verschiedenen diätischen Ernährungsformen, beispielsweise aufgrund von Zöliakie, Allergien oder anderen Nahrungsmittelunverträglichkeiten. Wir erstellen mit und für unserer Patienten Speisepläne, führen BIA- Messungen (bioelektrische Impedanzanalye) durch bei der Ernährungs- und Trainingszustand hinsichtlich Aktivkörperzellmasse, Körperwasser und Fett zuverlässig analysiert. Dabei werden zwei verschiedene Messverfahren angeboten und gemeinsam mit dem behandelten Arzt ausgewertet.

Das Aufgabengebiet ist sehr vielseitig und damit abwechslungsreich.

Ich bin gern für andere Menschen da und möchte mein Wissen anwenden und an sie weitergeben. Ich möchte dazu beitragen, dass meine Patienten sich wieder wohlfühlen und das Bewusstsein für eine gesunde Ernährungsweise wieder einen höheren Stellenwert erhält – bei jedem Einzelnen und auch in der Gesellschaft. Man sollte wieder auf sein „Bauchgefühl“ hören.

Die Ausbildung ist eine dreijährige schulische Ausbildung, die sich in theoretische und praktische Schwerpunkte gliedert. Die praktischen Ausbildungsinhalte werden in verschiedenen Praktika vermittelt, diese man in der Paracelsus Klinik am Schillergarten absolvieren kann. Dazu zählen Einsätze in der Küche, hier werden verschiedene diätische Speisen, z.B. bei Zöliakie, Gastrektomie, Dialyse usw. zubereitet, Speisepläne für diverse Krankheitsbilder sowie Dienstpläne erstellt. Weiter Einsätze finden auf Station im Bereich der Pflege statt. Zukünftige Diätassistent:innen müssen auch zwei Beratungspraktika absolvieren. Diese bestehen zunächst aus Hospitationen bei Beratungen, Vorträgen und Schulungen. Im zweiten Teil werden selbständig mit den Patienten Einzelberatungen, Schulungen und Vorträge durchgeführt.

 

Psychologin Charlotte Hempel, Paracelsus Kliniken. Bild: Paracelsus Kliniken

Charlotte Hempel: Begleiterin, Unterstützerin und Schatzsucherin.

„Ich bin Charlotte Hempel und arbeite als Diplom-Psychologin in der Somatischen Rehabilitation. Zugang zum Beruf erhält man zunächst über ein Studium, das mittlerweile mit Bachelor oder Master abgeschlossen und nach verschiedenen Schwerpunkten ausgerichtet werden kann. Für eine Tätigkeit in einer Rehaklinik ist die Klinische Psychologie und Psychologische Intervention sehr wichtig. Weitere Zusatzqualifikationen können berufsbegleitend erworben werden. In der Regel bilden sich Psychologen auch parallel zur täglichen Arbeit in unterschiedlichen therapeutischen Bereichen weiter. Ich selbst habe eine Ausbildung zur Systemischen Therapeutin absolviert – hier wird der Patient nicht losgelöst von seinem individuellen Lebensumfeld therapeutisch behandelt, sondern die Beziehung und Beziehungsdynamiken zu anderen wichtigen Bezugspersonen mit betrachtet und bei der Erarbeitung von Lösungswegen berücksichtigt.

Ein Hauptbestandteil meiner täglichen Arbeit in der Klinik ist die Gestaltung von psychoedukativen Vorträgen und Gruppenveranstaltungen zu Themen wie „Stress“, „Schmerz“, „Schlaf“, „Umgang mit belastenden Gefühlen“, „Kommunikation“ und weiteren verhaltenstherapeutischen Themen bzw. Fragestellungen im Rahmen des Gesundheitstrainings. Zudem bieten meine Kollegen und ich Entspannungstrainings an. Ergänzend dazu begleite ich Patienten auf Wunsch in Einzelgesprächen, unterstützte bei individuellen Problemlagen und berate bei Bedarf über weiterführende Therapiemöglichkeiten im Anschluss an die Somatische Rehabilitation. Einige Sorgen, Unsicherheiten und Probleme lassen sich aber auch während der Rehabilitation lösen – das sind für mich ganz besonders schöne Erfahrungen.

Ich habe Psychologie studiert, um Menschen in Krisen zu helfen, einen Weg zu finden, um mit herausfordernden Erlebnissen umzugehen, ihre Ressourcen und Stärken zu finden bzw. zu aktivieren und die eigenen Gefühle sowie Gedanken zuzulassen und anzunehmen.

Es macht mich sehr glücklich, Menschen wachsen zu sehen.

Es bedeutet mir aber auch viel, wenn Menschen sich öffnen, Gefühle zulassen und Gedanken laut aussprechen, egal wie negativ oder erschreckend diese im ersten Moment erscheinen. Das ist meist ein wichtiger Ausgangspunkt für eine Veränderung.

Ich sehe mich als Psychologin als Begleiterin, Unterstützerin und Schatzsucherin. Alles was meine Patienten brauchen, um psychisch gesund zu sein, bringen Sie in der Regel mit – es ist meine Aufgabe, mit ihnen individuelle Lösungsansätze zu suchen, Entwicklungschancen zu beleuchten und Menschen darin zu bestärken, ihren eigenen Weg zu gehen.“

#Montagslächeln Galerie

  • Annemarie Anndorfer
    Annemarie Anndorfer, Arztsekretärin in den Waldburg-Zeil Kliniken Bad Füssing. Bild: Waldburg-Zeil Kliniken
  • Dmytro Symunyk und Anna Demydchyk
    Dmytro Symunyk und Anna Demydchyk. Er ist Maler und Lackierer, sie angehende Arzthelferin in den Klinik enKüppelsmühle Bad Orb. Bild: Dmytro Symunyk und Anna Demydchyk
  • Kilian Putz
    Kilian Putz, Koch im Medical Park Loipl. Bild: Medical Park
  • Laura Winter
    Laura Winter, Marketing- und Personalreferentin im Parksanatorium Aulendorf, einer onkologischen Fachklinik der Waldburg-Zeil Kliniken. Bild: Waldburg-Zeil Kliniken
  • Melissa Bruno
    Melissa Bruno, Pflegekraft in der Medical Park Klinik im Park, Bad Sassendorf. Bild: Medical Park
  • Yvonne Rasthofer
    Yvonne Rasthofer, Mitarbeiterin in der Verwaltung und Rezeptionsleitung in der Waldburg-Zeil Klinik Alpenblick. Bild: Waldburg-Zeil Kliniken
  • Elke Pilz
    Elke Pilz, Mitarbeiterin in der Zentrale der Waldburg-Zeil Kliniken im Service Center. Bild: Waldburg-Zeil Kliniken.
  • Andrea Voggenreiter
    Andrea Voggenreiter, Projektmanagerin in den Waldburg-Zeil Kliniken. Bild: Waldburg-Zeil Kliniken.
  • Ralf Hackbarth.
    Ralf Hackbarth, Pflegedienstleiter Medical Park Berlin Humboldtmühle. Bild: MIKA Fotografie
  • Kerstin Schmidt
    Kerstin Schmidt, Diplom Sozialwirtin in den Waldburg-Zeil Kliniken Bad Füssing. Bild: Waldburg-Zeil Kliniken
Beitrag von   Slider Navigation links - interner Link Slider Navigation rechts - interner Link
nach oben