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10.05.2022

Wichtig für die Patienten und die Region

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Die Hamm Klinik Park Therme in Badenweiler für onkologische Rehabilitation und Anschlussrehabilitation behandelt Patient:innen, die aufgrund ihrer Erkrankung ein geschwächtes Immunsystem haben, und damit zur Hochrisikogruppe zählen. Die Reha-Einrichtung hatte sich mit Beginn der Corona-Pandemie schnell auf die veränderten schwierigen Rahmenbedingungen eingestellt. Entsprechende Hygienekonzepte wurden entwickelt. Daher gibt es statt Gruppentherapien fortan Einzeltherapien. Die Mahlzeiten werden von den Patient:innen in drei Schichten eingenommen. So können die notwendigen Abstandsregeln gut eingehalten werden. Das alles geht nicht nur mit einem zusätzlichen organisatorischen  Aufwand einher. Es ist verbunden mit enorm gestiegenen Kosten für Hygienekonzepte, Spuckschutz, Masken und Luftfiltergeräte.

(v.l.n.r.) Takis Mehmet Ali, MdB, SPD; Vincenz Wissler, Bürgermeister Badenweiler; Martina Fuchs, Betriebsratsvorsitzende Hamm Klinik Park Therme; Dr. Dirk Thom, Geschäftsführung Badenweiler Tourismus GmbH; Sophia Stegmeier, kaufmännische Leitung Hamm Klinik Park Therme; Dr. Wilfried Hoffman, Cheffarzt Hamm Klinik Park Therme. Foto: Hamm Klinik Park Therme

Die Rehabilitationseinrichtung braucht dringend die Unterstützung durch die Politik – bundesweit und regional. Deshalb trat die Klinik mit einem Pressegespräch Mitte April an die Öffentlichkeit, um auf die aktuell schwierige Situation aufmerksam zu machen. Der Gesprächseinladung von Dr. Wilfried Hoffmann, Chefarzt der Hamm Klinik Park Therme folgten Takis Mehmet Ali, Bundestagsabgeordneter für Lörrach-Müllheim und Beauftragter der SPD-Bundestagsfraktion für die Belange von Menschen mit Behinderungen, Vincenz Wissler, Bürgermeister der Gemeinde Badenweiler und Dr. Dirk Thom, Geschäftsführer der Badenweiler Tourismus GmbH. Mit dabei waren auch die kaufmännische Klinikleitung Sophia Stegmeier sowie die Betriebsratsvorsitzende Martina Fuchs.

Die Finanzierung der Reha – wichtigster Kostenträger ist neben den Krankenkassen die Rentenversicherung – sei schon vor Corona nicht die allerbeste gewesen, so Hoffmann. Der Tagessatz entspreche der Halbpension eines Drei-Sterne-Plus Hotels, doch müssten hiermit auch medizinische Leistungen finanziert werden, rechnete der Chefarzt vor. Erschwerend kommen die in den letzten Jahren deutlich gesteigerten Medikationskosten für Krebspatient:innen hinzu. Sie übersteigen regelmäßig die von den Kostenträgern bezuschussten Medikationskosten von 500 € pro Patienten pro Aufenthalt und müssen von den Kliniken selbst getragen werden.

Zudem ist für eine onkologische Reha hochqualifiziertes Personal wichtigste Voraussetzung. Doch um gute Mitarbeiter:innen zu finden und zu halten, sind angemessene Entlohnung, Wohnraum in Arbeitsplatznähe und ein attraktives Umfeld entscheidend für den Erfolg. Dr. Wilfried Hoffmann findet es schwer erklärbar, dass seitens der Politik keine Corona-Prämien für Pflegekräfte in der Rehabilitation vorgesehen seien.

Martina Fuchs, Betriebsratsvorsitzende bekräftigte das: So habe die Klinik zur Entlastung der Akutkrankenhäuser Nicht-Corona-Patienten aufgenommen. Für die Reha-Pflegekräfte geht das Corona bedingt mit einer höheren Belastung einher, eine faire Bezahlung ist da eigentlich selbstverständlich. Hierzu müsse die Politik in Form eines höheren Tagessatzes beitragen.

Dass die Hamm-Klinik grundsätzlich einen guten Pflegesatz haben, betont Sophia Stegmeier, kaufmännische Klinikleiterin. Doch die jährlichen Steigerungen fangen die Preissteigerungen nicht auf.

Badenweilers Bürgermeister Vincenz Wissler und Dirk Thom, Geschäftsführer der Badenweiler Tourismus GmbH (BTG), bekräftigten den hohen Stellenwert der Rehakliniken für den Kurort. “Sie haben uns in den Corona-Zeiten ja am Leben gehalten”, sagte Thom. Vor seinem Amtsantritt im Januar 2020 seien diese “unter dem Radar gelaufen”, meinte Wissler. Heute gehöre ein Vertreter der Rehakliniken zum Beirat der BTG.

Vergütungssystematik in der Reha anheben

Takis Mehmet Ali betonte in dem Gespräch: “Die Vergütungssystematik muss angehoben werden.” So seien bei der letzten großen Gesundheitsreform viele Reha-Gesundheitsmaßnahmen zurückgestuft worden. Nun sei es an der Zeit, über einen ordentlichen Satz an Investitionskostenzuschüssen nachzudenken. Die einheitlichen Qualitätsstandards in der Rehabilitation besitzen einen hohen Stellenwert. Angesichts einer immer kürzeren Verweildauer von Akutpatienten müsse man die Reha in die Gesamtbetrachtung einbeziehen, zumal eine erfolgreiche Reha-Behandlung auch von Bedeutung für die Pflegeversicherung sei.

Mehmet Ali ist Mitglied im Bundestagsausschuss “Arbeit und Soziales”. An den Themen Corona-Bonus, Investitionsbereich und Vergütungssystematik wird er hartnäckig dran bleiben und die Thematik in die SPD-Arbeitsgruppe innerhalb des Ausschusses einbringen.

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